Prolix Studienführer - Freiburg
Freitag, 21. Juli 2017 Uhr

 
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Guten Morgen liebe Besucher unserer Webseite des Freiburger Studienführers!
 
Hier finden Sie alle Redaktionsbeiträge für Erstsemester und für Langzeitstudierende. Wir bemühen uns, die Informationen fortlaufend zu aktualisieren, zahlreiche Links laden dazu ein, direkt zu Angeboten anderer Websites zu kommen. Wer Anregungen hat, bitte mit dem Kontaktformular bei uns melden.
 
Ihre Redaktion Prolix Studienführer


Veranstaltungen 

Mehr Theologie wagen!

50 Jahre Theologischer Kurs im Erzbistum Freiburg

Der Studientag „Mehr Theologie wagen! 50 Jahre Theologischer Kurs“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pastorale Bildung findet am Samstag, 13. Mai von 09.00 bis 16.00 Uhr in der Katholischen Akademie Freiburg, Wintererstr. 1, statt.
Der Eintritt ist frei. Anmeldung bis 3. Mai.

„Mehr Theologie wagen!“, so könnte man das Ziel formulieren, mit dem der Theologische Kurs 1967 an den Start ging. Im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils sollten auch Laien theologisch gebildet werden, um qualifiziert am Aufbau des Volkes Gottes mitarbeiten zu können. 50 Jahre ist der Theologische Kurs Freiburg nun ein Erfolgsmodell. Das soll gefeiert werden: mit der Begegnung von Teilnehmenden und Dozierenden am Freitag, 12. Mai ab 15.00 Uhr und mit einem Studienteil, der neue Perspektiven der theologischen Erwachsenenbildung eröffnen will. Der Studientag ist für alle Interessierte offen und dient der theologischen Reflektion.

Referentinnen und Referenten:
Dr. Gottlieb Brunner (Theologie, Freiburg)
Sr. Prof. Dr. Margareta Gruber OSF (Exegese, Vallendar)
Prof. Dr. Herbert Haslinger (Pastoraltheologie, Paderborn)
Domkapitular em. Dr. Eugen Maier (Freiburg)
Prof. Dr. Johanna Rahner (Dogmatik, Tübingen)

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Gewinnspiele 

Verlosung für 1 x 1/2 Jahr Krafttraining

Verlosung für 1 x 1/2 Jahr Krafttraining
c) Foto: Kieser Training AG / Michael Ingenweyen

Wir verlosen ein Halbjahresabo* für Kieser Training Freiburg in der Grünwälderstrasse 10-14 in 79098 Freiburg unter unseren Lesern. Um an dieser Verlosung teilzunehmen, bitte bis 8.5.2017 einschreiben. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird benachrichtigt und ihr bzw sein Name im prolixletter veröffentlicht. Ansonsten bleibt immer die Möglichkeit eines kostenlosen Einführungstrainings (Anmeldung unter Telefon 0761-271350).

* Der Gutschein ist nur einlösbar im Kieser Training Freiburg !

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Veranstaltungen 

Solidarisch leben - Gemeinsam handeln!

Aktuelle Anstiftungen aus Peru und Deutschland

Wie kann solidarisches Miteinander in globaler Perspektive weiterentwickelt werden? Dieser Frage gehen die Psychologin und Feministin Mariel Távara Arizmendi, Lima/Peru, und Werner Rätz, Attac-AG Jenseits des Wachstums, Informationsstelle Lateinamerika, Bonn, am Beispiel Peru und Deutschland in ihren Vorträgen nach. Die Vorträge mit Diskussion finden am Donnerstag, 4. Mai von 19.00 bis 21.00 Uhr in der Katholischen Akademie Freiburg, Wintererstr. 1, statt. Der Eintritt ist frei.

Solidarität wird heute vielerorts noch immer als eine einseitige Form der finanziellen Zuwendung verstanden. Sie wird in diesem Zusammenhang oftmals mit traditioneller Entwicklungshilfe gleichgesetzt, die der alten Logik von Geben und Nehmen folgt: Der Reiche hilft dem Armen, technisch weiter entwickelte Nationen unterstützen die noch dahinter "zurückgebliebenen".
Solidarität muss aber angesichts globaler Herausforderungen wie Klimawandel und Rohstoffknappheit neu gedacht werden. Sie sollte im Kontext stärker auf Gemeinsamkeit und Wechselseitigkeit ausgerichtet werden. Diesem Thema möchten die Veranstalter Caritas international, Color Esperanza, Informationsstelle Peru, Eine Welt Forum Freiburg, Katholische Arbeitnehmerbewegung Diözesanverband Freiburg und Katholische Akademie Freiburg am Beispiel von Peru und Deutschland nachgehen.

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Veranstaltungen 

Roller Derby Recruting Day 21.05.17

Roller Derby Recruting Day 21.05.17

Du hattest schon immer mal Lust auf Rollen zu stehen? Und dabei noch eine Menge netter Leute kennenzulernen? Wir haben das Richtige für dich!

Wir - die Blockforest Roller Girls - laden dich zu unserem Schnuppertraining am Sonntag, 21. Mai 2017 um 15.30 Uhr in der Jahnhalle in Zähringen ein.

Auf Rollen stehen? Ja genau! Seit ein paar Jahren gibt es unser Roller Derbyteam in Freiburg. Du hast noch nie davon gehört und kannst dir wirklich nichts darunter vorstellen? Kurz und knapp: Roller Derby ist ein Vollkontaktsport auf Rollschuhen. Das reicht dir noch nicht? Wir flitzen durch die Halle, trainieren für gemeinsame Ziele, machen Fortschritte, unternehmen etwas zusammen und… wir suchen DICH! Egal wer du bist, egal wie fit du dich fühlst, komm vorbei, mach mit oder schau einfach mal zu. Wir begrüßen jedes Geschlecht.

Wenn du sicher kommen möchtest, melde dich bei uns per Mail oder über Facebook, damit wir für dich eine Ausrüstung reservieren können! Wir freuen uns auf dich!

Was? Recruiting Day der Blockforest Roller Girls
Wann? Samstag, 12. November 2016, 15.30 Uhr
Wo? Jahnhalle in Zähringen (hinter dem Bürgerhaus)

Wichtig: Die Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Mindestalter von 18 Jahren.
Weitere Informationen gibt’s auf der Facebookseite der „Blockforest Roller Girls“.

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Verschiedenes 

Schwule Filmwoche

Schwule Filmwoche

Zum 33. Mal geht das älteste schwule Filmfestival am 26. April 2017 an den Start und zeigt eine Woche lang im Freiburger Kino Kandelhof aktuelle, packende und auch sehr unterhaltsame Filme aus aller Welt.

Wer oder was ist die Schwule Filmwoche?

Die Schwule Filmwoche Freiburg (SFF) ist das älteste durchweg bestehende rein schwule Filmfest im deutschsprachigen Raum. Sie findet seit 1985 alljährlich und ohne Unterbrechung statt. Die SFF ist neben dem CSD Freiburg einer der Höhepunkte im schwulen Leben der Universitätsstadt.
Wir zeigen schwule Filme aus der ganzen Welt. Fremdsprachige Filme werden üblicherweise in der Originalfassung mit deutschen, seltener mit englischen Untertiteln vorgeführt. Einzelne Filme laufen in deutscher Synchronfassung.
Die SFF wird komplett von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen. Neben einer Website entwerfen die Ehrenamtlichen jährlich ein Programmheft und ein Plakat. Finanziert wird die SFF durch die institutionelle Förderung des Kulturamtes der Stadt Freiburg im Breisgau, sowie von Sponsoren, durch Eintrittserlöse und Spenden.

Wie wird die Schwule Filmwoche in diesem Jahr eröffnet?

Wir freuen uns darüber, den wahren Publikums-Liebling vieler Festivals (u.a Panorama Publikumspreis der Berlinale 2016, Publikumspreis der Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg 2016) als Eröffnungsfilm zeigen zu können: “Who’s Gonna Love Me Now?”, eine mitreißende Doku, die uns sehr überzeugt hat.
Saar Maoz lebt seit 20 Jahren in London, weil er sein Schwulsein frei leben will. Das war im Kibbuz mit seiner ultra-orthodoxen Familie in Israel nicht möglich. Nach einer gescheiterten Beziehung verliert er sich in Drogen und Partys und erwacht aus dieser Phase mit der Diagnose HIV-positiv. Halt und Anerkennung findet Saar im „London Gay Men’s Choir“, der auf bezaubernde Weise den Soundtrack zu diesem Film liefert. Als die Familie Kontakt sucht und Saar zur Rückkehr nach Israel bewegen möchte, stellen sich ihm drängende Fragen: Soll er in seine Heimat zurückkehren oder weiter im Exil leben? Findet er noch einmal die Kraft, sich mit seiner religiösen Familie, deren Vorurteilen und Stigmatisierungen auseinanderzusetzen, oder sind die Verletzungen zu tief? Tomer und Barak Heymann haben Saar über mehrere Jahre mit der Kamera begleitet. Hautnah zeigen sie den schmerzhaften Prozess einer Annäherung. Die Trauer um verpasste Momente gehört ebenso dazu, wie der entschlossene Kampf um Anerkennung.

Vor dem Film werden wir alle Besucher mit einem Sektempfang begrüßen und freuen uns auch darüber, dass der Freiburger Gendermix-Chor “Alle Register” die Eröffnung - passend zum Film - mit einigen Liedern bereichert.

Gibt es Filme in deutscher Sprache?

Ein besonderes Highlight ist zum Beispiel der Film “Ein Weg”, den wir frisch von der diesjährigen Berlinale geholt haben. Dort stieß die einfühlsame und intensive Geschichte um die Beziehung von Andreas (Mike Hoffmann) und Martin (Mathis Reinhardt) auf viel Gegenliebe und ein begeistertes Publikum. Ein Film, der zwar ein schwules Paar zeigt, aber auch eine Allgemeingültigkeit zeigt, denn es geht um die Veränderung einer Beziehung zwischen zwei Menschen, die sehr lange zusammen leben. Das die beiden ein schwules Paar sind, wird als völlig normal dargestellt.
Wir freuen uns, dass der Regisseur von “Ein Weg”, Chris Miera, zu uns nach Freiburg kommt und mit dem Publikum nach der Vorstellung über den Film spricht. Ebenso werden die beiden Hauptdarsteller Mike Hoffmann und Mathis Reinhardt zur Vorführung kommen und für Fragen zur Verfügung stehen. Wir freuen uns sehr darüber!
In der deutschsprachigen Fassung zeigen wir auch “Caracas, eine Liebe”, der würdige Gewinner des Goldenen Löwen von Venedig, der leider völlig unverdient im vergangenen Hochsommer im Kino etwas unterging. Uns ist es ein Bedürfnis, diesen Film noch einmal vor einem größeren Publikum zu zeigen, da wir von ihm sehr angetan sind.
Besuch erwarten wir auch anläßlich der großartigen Doku “Mein wunderbares West-Berlin”. Der Regisseur Jochen Hick, der schon viele Filme mit queerer Thematik vorlegte, präsentiert bei uns seinen aktuellen Film, der das Leben homosexueller Männer im West-Berlin der 1960er Jahre unter dem berüchtigten “Schwulen-Paragraph 175” zeigt. Zeitzeugen wie Romy Haag, Ades Zabel und Rosa von Praunheim kommen dabei zu Wort und wir erleben sogar ungeahnte Bezüge zu Freiburg!
Diesen Film haben wir ebenfalls ganz frisch von der Berlinale mitgebracht. Und wir erwarten auch den Regisseur des Films, Jochen Hick, im Kino Kandelhof.

Was für Spielfilme werden gezeigt?

In diesem Jahr hatten wir wahrlich die Qual der Wahl, weil sehr viele Filme mit schwulen Themen in hoher Qualität weltweit entstanden.
Mit “Teenage Kicks” erreicht uns erneut ein Film aus Australien, der uns zeigt, wie packend und variantenreich schwule Filme sein können. Der britische Guardian überschlug sich fast vor Begeisterung, als er schrieb: „Einer der besten queeren Coming-of-Age-Filme der letzten Jahre!“
“Jesús” entführt uns nach Chile und erzählt vom 18-jährigen Titelhelden und seinem Vater. Jesús benimmt sich wie viele Jugendliche seines Alters. Weniger interessiert seinen Schulabschluss zu schaffen, als mit seinen Freunden rumzuhängen, in ihrer Amateur-Gruppe zu tanzen, Mädchen aufzureißen und Gewaltvideos mit seinen Kumpels anzuschauen.
Eines Nachts nach einer Party lassen Jesús und seine Gang all ihre angestaute Aggression und Frustration an einem jungen Schwulen aus, der hilflos zurückbleibt.
Als die Polizei nach den Tätern fahndet, wächst der Druck in der Gruppe. Die Lage gerät für Jesús außer Kontrolle, als sein bester Freund Pizarro, mit dem er eine Affäre hat, droht ihn zu verraten. Er muss sich seinem Vater anvertrauen…
Der italienische Regisseur Ivan Cotroneo war bereits Autor der großartigen Komödie “Männer al dente”, den wir bereits vor einigen Jahren zeigten. Nun dürfen wir seinen neuesten Film erstmals in Freiburg zeigen: “Un bacio”/”Ein Kuss”. Mit unvergesslichen Bildern und einem fetten Soundtrack von MIKA, zündet Cotroneo emotionales Feuerwerk rund um eine brisante Dreier-Freundschaft, das es schafft, auch die dunkelsten Momente der jugendlichen Helden hell zu erleuchten.
An die Geschichte um “Romeo und Julia” erinnert ein wenig “Akron”, da die romantische Liebe der beiden Studenten Benny und Christopher aufgrund ihrer Familien und einem tragischen, fast vergessenen Geheimnis in Gefahr gerät. Ein packender Film!
“Breaking Bad”-Star Jesse Plemons ist der Hauptdarsteller von Chris Kellys berührende Film “Other People”. Er spielt einen jungen schwuler Drehbuchautor,der aus New York zu seiner Familie nach Kalifornien zurückkehrt, um seine krebskranke Mutter Joanne zu unterstützen. Dass er sich gerade von seinem Freund getrennt hat und seine Karriere als TV-Comedy-Autor ins Stocken geraten ist, behält er dabei lieber für sich. Während sich immer mehr abzeichnet, dass Joanne den Kampf gegen ihre Krankheit verlieren wird, ringt die Familie mit den Folgen. Fans der Comedy-Reihe “Saturday Night Live” werden hier auch ein Wiedersehen mit Molly Shannon haben, die die Rolle der Mutter spielt
Einen weiteren beeindruckenden Film aus Chile haben wir mit “You’ll Never Be Alone” nach Freiburg bringen können. Entdeckt haben wir in einmal mehr auf der Berlinale, wo er 2016 den Teddy Jurypreis erhielt. Das Filmdebüt des Chilenen Alex Anwandter zeigt mit beklemmender Kälte und Härte ein homophobes Klima in beeindruckend komponierten Bildern. Auf den Punkt reduzierte Dialoge, Musik und Stille geben der Bildsprache genügend Raum in diesem Drama, in dem einzig die Liebe des Vaters zu seinem Sohn und dessen Lebenstraum einen Hoffnungsschimmer bietet.
Aus dem benachbarten Frankreich erreichte uns “Heimliche Küsse”, eine dramatisch, romantisch und spannend erzählte Coming Out-Story, die deutlich macht, dass Vorurteile und Homophobie, gerade unter Jugendlichen, noch immer aktuelle Probleme sind.
“Esteros” führt uns nach Argentinien: Nach 10 Jahren in Brasilien besucht Matías mit seiner Verlobten seine argentinische Heimat. Zufällig trifft er seinen Jugendfreund Jerónimo wieder. Im Landhaus von dessen Eltern in dem Naturschutzgebiet Esteros del Iberá hatte er häufig seine Ferien verbracht, und seine ersten sexuellen Erfahrungen mit Jerónimo gemacht.
Matías versucht den Kontakt zu Jerónimo, der inzwischen offen schwul lebt, wieder zu beleben, und die beiden jungen Männer fahren noch einmal in das Landhaus in den “Esteros”. Nach zögerlicher Annäherung stellen sich die beiden dort ihren Erinnerungen, und Matías muss eine Entscheidung treffen…
Das die Lage in der Welt für schwule Menschen nach wie vor vielerorts sehr schwierig ist, zeigen uns Filme wie “The Wound”. Der Film fiel uns auf der diesjährigen Berlinale auf, wo er mit großem Interesse aufgenommen wurde: In den Bergen am Eastern Cape in Südafrika findet alljährlich der Initiationsritus des Xhosastammes statt. Hierzu gehört die rituelle Beschneidung der jungen Kerle und die verursacht eine Wunde – die Wunde.
Xolanis Aufgabe als betreuender Care-giver ist die Begleitung eines jungen Teilnehmers durch die einwöchige Zeit der Heilung und der rituellen Handlungen. Der trotzige Großstadtjunge Kwanda aus Johannesburg macht es Xolani sichtlich schwer, denn er erkennt dessen intimes Geheimnis sofort: Xolani ist in einen anderen Care-giver verliebt. Einmal im Jahr nimmt er Urlaub, fährt aus der Stadt in die Berge und trifft dort seinen Schwarm.
Die Abgelegenheit des Berglagers und die traditionellen männlichen Codes der Stammeskultur bestimmen die Tage. Spannungen zwischen dem Stadtjungen Kwanda und den anderen, eher dörflichen Jungs bauen sich auf. Auch Xolani und sein Lover schwanken zwischen ihrer bestimmenden Rolle gegenüber den jungen Männern und der Unsicherheit ihrer geheimen Beziehung zueinander.
In warmen Farben und fast schon dokumentarisch gefilmt, nimmt uns The Wound mit in eine fremde patriarchalische Welt, in der zwischen traditionellen Werten und eigener Erfüllung kein Platz zu sein scheint.
Ganz anders ist “Heartstone”, ein Coming of Age-Film aus Island mit - ungewöhnlich spannend, packend und herzzerreißend. Ein Geheim-Tipp der diesjährigen Filmwoche.

Was für Dokus erwartet uns in diesem Jahr?

Dieses Jahr zeigen wir gleich sechs Dokus, die wir so unterschiedlich und bemerkenswert fanden, dass wir hierauf einen kleinen Schwerpunkt setzen.
Angefangen mit dem Eröffnungsfilm “Who’s Gonna Love Me Now?” (s.o.) und “Mein wunderbares West-Berlin” (s.o.) begeben wir uns u.a. auf hohe See. 3000 Schwule aus 89 Ländern begeben sich auf das “Dream Boat”. Partys, Spaß, Freundschaft und Liebeleien stehen in dieser abgeschotteten Welt im Vordergrund. Regisseur Tristan Ferland Milewski entführt uns in diese aufgeladene Atmosphäre, doch entdecken wir hinter den schrillen Kostümen und viel nackter Haut auch manch nachdenkliche Geschichte einzelner Passagiere. Wir freuen uns darauf, den Regisseur Tristan Ferland Milewski bei uns im Kino begrüßen zu dürfen!
In “The Year We Thought About Love” begleiten wir eine Gruppe LSBTTIQ-Jugendliche, die in Boston eine Theatergruppe namens “True Colors” gründen und gemeinsam aus ihren Erfahrungen mit Diskriminierung, Coming-Out und erster Liebe ein Theaterstück erarbeiten, mit dem sie mehr Akzeptanz in der Gesellschaft erreichen wollen. Wie der Titel schon sagt, dauert diese Arbeit ein Jahr. Eine hoffnungsvolle Dokumentation voller Humor, Respekt und Liebe.
Ungewöhnlich bewegend und letztlich positiv greift die Doku Out Of Iraq ein Tabu-Thema auf: Mitten in den Kriegswirren verlieben sich ein irakischer Übersetzer der US Army und ein Soldat ineinander. In dem streng muslimischen Land müssen die beiden fortan ihre Liebe verstecken und gleichzeitig um sie kämpfen. Mit diesem Film knüpft die Filmwoche an die langjährige Tradition an, zusammen mit der Queer-Amnesty-Gruppe Freiburg Dokus nicht nur zu zeigen, sondern sie auch in einem Publikumsgespräch zu vertiefen.
Last but not least portraitiert “Oriented” drei schwule palästinensische Freunde Mitte 20 und zeigt wie sie ihre nationale und sexuelle Identität im modernen Tel Aviv leben. Khader kommt aus Jaffa und lebt harmonisch mit seinem jüdischen Freund David und dem Dalmatiner Otis zusammenlebt. Während Khaders Mutter David an Ramadan Essen schickt, weiß Naeems konservative Familie noch nichts vom Schwulsein ihres Sohnes. Nach Naeems Ausbildung in der Großstadt erwartet sie seine Rückkehr ins Heimatdorf. Dritter im Bunde ist Fadi, ein politischer Aktivist, der sich plötzlich in einen jüdischen Soldaten verliebt, was ihn in eine moralische Krise stürzt.
Alle drei sind entschlossen in ihrem Kampf durch gewaltlosen kulturellen Widerstand für sexuelle und nationale Gleichheit einzustehen.
Die Kamera begleitet Khader, Naeem und Fadi in ihrem Alltag, zu ihren Familien und an verschiedene Orte, bei ihren Gesprächen über Coming-Out, Spannungen zwischen den Generationen und darüber, wo sie leben wollen.


Was gibt es noch für Besonderheiten auf der Filmwoche?

Natürlich wollten wir es uns nicht nehmen lassen, den Gewinner des Academy Awards für den “Besten Film” auch auf unserem Festival zu würdigen: “Moonlight”. Und so - wenngleich er bereist im Kino lief - auch auf unserem Programm, da wir uns sehr darüber freuen, dass ein schwuler Film diesen besonderen Preis gewonnen haben.

Und wir zeigen einen Film gänzlich KOSTENLOS - ermöglicht durch unsere Kooperation mit HBO. Es ist der Abschlussfilm der TV-Serie “Looking”. Die beliebte Serie zeigte die Ereignisse rund um drei Freunde: Patrick, Augustin und Dom. Die Drei leben im heutigen San Francisco. Anders als bei “Queer as folk” ist das Leben dieser drei deutlich bodenständiger und wirft ein sehr reales Bild auf das Leben junger Schwuler.
Der Regisseur und Autor Andrew Haigh ist uns kein Unbekannter, seinen Film “Weekend” zeigten wir bereits als Weihnachtsspezial 2011.

Gibt es auch wieder ein Kurzfilm-Programm?

Dieses Jahr gibt es sogar zwei Kurzfilm-Programme - für uns immer Festivale innerhalb des Festivals, weil wir unzählige Filme dafür sichten müssen, um am Ende eine handvoll davon zu präsentieren zu können.
Zum einen präsentieren wir am späten Samstagabend die “Scary Night” mit sechs schaurig-schönen Kurzfilmen voller schwuler Zombies, gay Dating Demons und homosexueller Rachenengel.
Schrill, gruselig und immer wieder überraschend und ein ganz besonderes Schmankerl! Das sollte man sich nicht entgehen lassen!
Zum anderen beenden wir unsere Filmwoche traditionell mit “Würzig - Dem Kurzfilmprogramm”. In der Kürze liegt die Würze, und so kommen die acht Filme sehr schnell auf den Punkt und wir präsentieren einen bunten Strauß an originellen Werken, die mal lustig, mal romantisch, mal sexy und mal aufwühlend daherkommen.

Darüber hinaus werden wir vor mehreren Hauptfilmen ebenfalls ausgewählte Vorfilme zeigen.

Werden Gäste erwartet?

So viele Gäste wie in diesem Jahr gab es selten. Folgende Gäste haben sich bei Redaktionsschluss schon fest angekünfigt:

Tristan Ferland Milewski, Regisseur des Films “Dream Boat” (Freitag, 28. April, 21 Uhr).
Mit ihm kommt auch Olaf Grunert, der betreuende Redakteur für “Dream Boat” von ZDF/Arte.
Chris Miera, Regisseur des Films “Ein Weg” (Samstag, 29. April, 19 Uhr)
Ebenfalls freuen wir uns darüber, dass die beiden Hauptdarsteller von “Ein Weg”, Mike Hoffmann und Mathis Reinhardt, zu uns kommen.
Jochen Hick, Regisseur des Films “Mein wunderbares West-Berlin” (Montag, 1. Mai, 19 Uhr)
Ferran Navarro-Beltran, Regisseur des Kurzfilms “The Orchid” (Mittwoch, 3. Mai, 21 Uhr)

Des weiteren wird der Gendermix-Chor “Alle Register” bei der Eröffnung der Filmwoche am Mittwoch, den 26. April, 21 Uhr bei uns auftreten.

Und die Queeramnesty-Gruppe Freiburg wir anläßlich der Vorstellung des Films “Out Of Iraq” eine Gesprächsrunde mit dem Publikum führen und uns wichtige Hintergrund-Informationen liefern (Sonntag, 30. April, 16.30 Uhr)

Höchstwahrscheinlich wird sich unsere Gästeliste noch erweitern. Wir werden Sie selbstredend auf dem Laufenden halten bzw. auch auf unserer Website www.schwule-filmwoche.de bzw. auf unserer Facebook-Seite darauf hinweisen.
Wenn Sie Interesse an Interviews mit unseren Gästen haben, kontaktieren Sie uns sehr gerne.


Gibt es Rahmenveranstaltungen?

Neben unser Festivals-Eröffnung veranstalten wir zusammen mit der AStA der Uni Freiburg die “THINK & PINK PARTY” am Samstag, den 29. April 2017, ab 22 Uhr in der Mensa Rempartstraße.

Und nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr gibt es auch wieder ein FILMWOCHEN-BRUNCH am Montag, 1. Mai 2017, von 10.30 - 14.30 Uhr. Hier freuen wir uns darauf, in gemütlicher Atmosphäre mit vielen Zuschauer/innen in’s Gespräch zu kommen!
Das Brunch findet statt im Café LIEBES BISSCHEN in der Komturstraße 33 in Freiburg.
Da der Platz beschränkt ist, verkaufen wir ab Festivalsbeginn im Kino Kandelhof Karten für den Filmwochen-Brunch mit Buffet.


HIER UNSER PROGRAMM IM ÜBERBLICK!

Details und weitere Informationen finden Sie auf unserer Website www.schwule-filmwoche.de und in unseren Programheften.

Mittwoch, 26. April 2017
20.30 Einlass mit Sekt und dem schwul-lesbischen Chor ALLE REGISTER
21:00 Who‘s Gonna Love Me Now? – 84 min, OmU

Donnerstag, 27. April 2017
19:00 Caracas, eine Liebe – 91 min, DF
21:00 Un bacio / Ein Kuss – 101 min, OmU

Freitag, 28. April 2017
17:00 Esteros – 82 min, OmU
19:00 Other People – 97 min, engl. OV
21:00 Dream Boat – 92 min, OmU
23:00 Teenage Kicks – 99 min, OmU

Samstag, 29. April 2017
17:15 The Year We Thought About Love – 69 min, engl. OV
19:00 Ein Weg – 107 min, dt. OV
21:15 Akron – 88 min, OmU
23:00 Scary Night / Kurzfilme – 73 min
22:00 Think Pink Party in der Mensa.

Sonntag, 30. April 2017
16:30 Out Of Iraq – 81 min, OmeU
19:00 Nunca vas a estar solo – 82 min, OmU
20:45 Moonlight – 111 min, OmU
23:00 Looking – Der Film – 90 min, OmU

Montag, 1. Mai 2017
10:30 Filmwochen-Brunch
15:00 Jesús – 87 min, OmeU
17:00 Heimliche Küsse – 88 min, OmU
19:00 Mein wunderbares West-Berlin – 97 min, dt. OV
21:15 The Wound – 88 min, OmU

Dienstag, 2. Mai 2017
18:45 Heartstone – 128 min, OmU
21:15 Oriented – 89 min, OmeU

Mittwoch, 3. Mai 2017
19:00 Lazy Eye – 87 min, OmU
21:00 Würzig – Das Kurzfilmprogramm -97 min
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Reservierungen: 0761 / 283 707 Kino Kandelhof

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Verschiedenes 

Frankreich vor großen Veränderungen?

Präsidentschafts- und Parlaments-Wahlen im Nachbarland
Wie die Wahlen 2017 das politische System Frankreichs verändern werden (oder auch nicht): Zehn Thesen

von
Dr. Michael Wehner,
Leiter der Außenstelle Freiburg der Landeszentrale für politische Bildung

1. Der französische Staatspräsident hat mehr Macht als der amerikanische.

Oft wird der US-Präsident als mächtigster Politiker der Welt bezeichnet. Doch die Amtsbefugnisse des französischen Präsidenten mit den Möglichkeiten eines (semi-)präsidentiellen Regierungssystems sind je nach politischer Gesamtkonstellation noch größer. Anders als in den USA verfügt der französische Präsident aufgrund der Verschränkung von Legislative und Exekutive sowie seinen Möglichkeiten das Volk per Referendum in den Entscheidungsprozess einzubeziehen über umfangreichere Kompetenzen und größere Machtmittel. Aufgrund der Direktwahl ist der Präsident wie in den USA als „republikanischer Monarch“ nur dem Volk und nicht etwa dem Parlament Rechenschaft schuldig.

2. Das französische Parlament ist schwächer als der deutsche Bundestag.

Mit der ihm von der Verfassung zugeschriebenen Kompetenz den Premierminister zu ernennen und die Nationalversammlung aufzulösen, hat der Präsident zwei Möglichkeiten die Parlamentsarbeit entscheidend zu beeinflussen. Das französische Parlament ist damit im Vergleich zum Deutschen Bundestag deutlich schwächer gestellt und von der „Exekutive gezähmt“, denn sowohl die Kanzlerwahl als auch die Auflösung des Bundestags bedürfen der Mitwirkung des Parlaments. Andererseits arbeitet die Nationalversammlung im Alltag des Gesetzgebungsprozesses ähnlich effizient wie der Bundestag.

3. Die Vorwahlen: lobenswerter Demokratisierungsprozess oder problematische Polarisierung?

Die Auswahl der Präsidentschaftskandidaten bei den Republikanern und bei den Sozialisten in Vorwahlen (mehr als 4 Mio Teilnehmende bei Les Republicains und mehr als 2 Mio bei der Parti Socialiste) ist ein Zeichen für die Demokratisierung des Auswahlprozesses bei der Kandidatenfindung in den Parteien. Der parteiinterne Wettstreit führte bei beiden Parteien allerdings zu Spitzenkandidaten (Fillon und Hamon), die polarisieren und in erster Linie mit ihren programmatischen Forderungen die Parteibasis zufriedenstellen. Ob diese Kandidaten geeignet sind, eine Mehrheit der Wählerinnen und Wähler anzusprechen, ist zumindest für 2017 mehr als zweifelhaft. Benoit Hamon, Kandidat der sozialistischen PS, liegt derzeit in den Umfragen sogar noch hinter dem Kandidaten der Linken Jean-Luc Mélenchon mit seiner Bewegung „La France insoumise“ (das aufsässige Frankreich).

4. Der größte anzunehmende Unfall: Die „plebiszitäre oder blockierte Präsidentin Le Pen“

Gewinnt Marine Le Pen die Präsidentschaftswahl, ist das Ende des traditionellen Zweiparteiensystems gekommen. Le Pen würde versuchen die Institutionen der 5. Republik zu verändern, das politische System Frankreichs zu einer plebiszitären (Referendums-)Demokratie mit mehr Volksentscheiden umzubauen und die Verfassung in wesentlichen Punkten zugunsten eines „Inländervorrangs“ zu ändern. Allerdings zeigt die Geschichte der bisherigen neun Volksentscheide seit 1958, dass die Resultate für die amtierenden Präsidenten nicht immer die Ergebnisse erbrachten, die von ihnen beabsichtigt waren. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Wählerinnen und Wähler den Volksentscheid dazu benutzen, nicht über die konkret vorlegte Sachfrage, sondern über den Präsidenten selbst und die Zufriedenheit mit seiner gesamten Amtsführung abzustimmen (so wurde z.B. 2005 die Ablehnung des EU-Verfassungsreferendums für Präsident Jacques Chirac seine größte politische Niederlage). Auszuschließen ist auch, dass der Front National bei den sich anschließenden Wahlen zur Nationalversammlung im Juni eine Parlamentsmehrheit gewinnen kann. Es ist eher davon auszugehen, dass eine Anti-Le Pen-Koalition aus Sozialisten und bürgerlichen Konservativen die präsidentiellen Vorhaben blockieren würde. Der Premierminister einer solchen Anti-Le Pen- Koalition mit seiner parlamentarischen Mehrheit würde versuchen ein legislatives Programm gegen die Präsidentin durchzusetzen. Dies würde zu einer neuen Interpretation und Verfassungswirklichkeit der V. Republik führen: von der präsidentiell-exekutiven Dominanz hin zu legislativ-premierministerlichen Prärogativen und zur Reparlamentarisierung des semi-präsidentiellen Systems. Das „gezähmte“ Parlament würde sich von der präsidentiellen Vormacht emanzipieren.

5. Bringt Macrons Wahl den Sieg einer neuen Präsidenten-Partei oder die 4. Cohabitation?

Gewinnt Emmanuel Macron die Wahl, muss er innerhalb kürzester Zeit eine Partei gründen, für die 577 Wahlkreise geeignete Kandidaten auswählen, die notwendige Parteiorganisation mit einer entsprechenden flächendeckenden Infrastruktur entwickeln, den Wahlkampf für die Parlamentswahlen im Juni in die Wege leiten und mit den Sozialisten geeignete Wahlabsprachen treffen, um bürgerliche Wahlsiege oder die des FN zu verhindern. Entscheidend wird dann sein, ob die Wählerinnen und Wähler wollen, dass der Präsident mit einer ihm ergebenen Parlamentsmehrheit „durchregieren“ kann oder ihm eine konservative Mehrheit gegenüberstellen, was die 4. Cohabitation in der Geschichte der V. Republik zur Folge hätte. Eine Cohabitation eines „linken Präsidenten“ Macron, der einen pro-europäischen Kurs in der Außenpolitik und eine wirtschaftspolitische Reformagenda mit Reduzierung von Staatsaufgaben und die den Abbau von Beamtenstellen verspricht, mag durchaus für die vielbeschworenen Wähler und Parteien der Mitte eine attraktive und keineswegs abschreckende Alternative darstellen, auch wenn sich der präsidentielle Handlungsspielraum von einer aktiven, gestalterischen Rolle hin zu der eines Vetospielers reduziert, der in manchen Politikfeldern nur noch reagieren, aber kaum mehr (innenpolitisch) agieren kann und damit eine Abkehr vom „majoritären Parlamentarismus“ bedeuten würde.

6. Konservative Kontinuität: Mit Fillon so weiter wie bisher?

Die wenigsten Änderungen, was das politische System und die Funktionsweise des bisherigen „Zweieinhalb-Parteiensystems angeht“, wären wohl mit einem Wahlsieg Francois Fillons verbunden, der mit seinem traditionellen Parteienbündnis (Les Republicains) versuchen würde, die Parlamentswahlen im Juni zu gewinnen, um eine präsidentielle Mehrheit in der Nationalversammlung zu erhalten. Allerdings nicht um jeden Preis: derzeit ist nicht davon auszugehen, dass es bei den Konservativen unter Fillon zu Wahlabsprachen oder gar einer Koalition mit dem Front National kommen könnte, auch wenn jede dritte Wählerin und jeder dritte Wähler Fillons im Falle einer Niederlage seine Stimme bei der Stichwahl Marine Le Pen geben will. Einzelne Überläufer wird es allerdings durchaus geben. 2012 war in 541 von 577 Wahlkreisen ein zweiter Wahlgang notwendig, so dass regionale Absprachen, Parteiübereinkünfte und „freiwillige“ Verzichte an der Tagesordnung waren. 6158 Kandidatinnen und Kandidaten, durschnittlich 11,4 pro Wahlkreis, stellten sich damals den Bürgerinnen und Bürgern zur Wahl.

7. Die Neuerfindung der französischen Parteienlandschaft

Die fragile Parteienlandschaft der V. Republik wird auch nach den Wahlen 2017 in großer Bewegung sein. Die Parti socialiste wird sich neu organisieren und erfinden müssen. Am einfachsten wäre es, wenn Emmanuel Macron im Falle eines Wahlsiegs seine neue Bewegung mit den alten Parteikadern versöhnen und eine neue moderne sozialistische Partei gründen kann. Im Falle einer Wahlniederlage steht die Linke vor einem Scherbenhaufen und derzeit ist nicht absehbar, welche neuen Personen und Parteiströmungen sich dann durchsetzen werden und wie schnell es ihnen gelingen kann, die Sozialisten im Parteienwettstreit neu zu positionieren: Manuell Valls „Fahnenflucht“ zu Macron ist hierfür ein sinnbildliches Beispiel. Bei den Republikanern sieht es ähnlich düster aus, sollte Fillon die Wahlen verlieren. In den Vorwahlen wurde die gesamte alte Führungskaste verheizt und ein neuer Hoffnungsträger ist für die Partei derzeit nicht in Sicht. Erstmals in der Geschichte der V. Republik ist es gut möglich, dass der neue Präsident nicht aus den Reihen der Sozialisten oder Konservativen kommt.

8. Die Top-Themen des Wahlkampfs: Sicherheit und Stagnation

Ähnlich wie in anderen europäischen Ländern sind auch in Frankreich die bestimmenden Wahlkampfthemen Innere Sicherheit, Islamismus, Terrorismus, Zuwanderung. So betrachten z.B. 62% aller Französinnen und Franzosen laut einer repräsentativen Umfrage der SciencesPo (Institut d’Études Politiques de Paris) den Islam als Bedrohung. Auch die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und ökonomische Stagnation des Landes werden wahlrelevante Themen sein. Jeder zehnte Franzose hat keinen Job, bei den unter 25-jährigen liegt die Arbeitslosigkeit bei 23%. In François Hollandes Amtszeit betrug das Wirtschaftswachstum seit 2012 zwischen 0,18 und 1,27 Prozent. Außerdem hat Frankreich seit 2015 230 Terror-Todesopfer zu beklagen, so viele wie kein anderes europäisches Land.

9. Die hohe Wahlbeteiligung, die Wechselwähler und die Wahlabstinenz der Jugend

Wie bei den zurückliegenden Präsidentschaftswahlen ist für beide Wahlgänge eine Wahlbeteiligung von um die 80% zu erwarten, während bei den Wahlen zur Assemblée Nationale 2012 nur noch 55,6% der wahlberechtigten Bevölkerung ihre Stimme abgaben. Auch dies ist ein Zeichen dafür, dass die Französinnen und Franzosen den Präsidentschaftswahlen höhere politische Relevanz zuweisen. Es könnte im Falle einer Wahl Marine Le Pens allerdings zum letzten Mal in der Geschichte der V. Republik sein. Auch in Frankreich sind Wahlen sehr volatil geworden. Immer mehr Menschen wechseln öfter ihre Parteipräferenzen und entscheiden quasi erst auf der Zielgeraden des Wahlkampfs, wem sie ihre Stimme geben. So geben 41% der befragten Französinnen und Franzosen an, dass sie noch nicht entschieden haben, wem sie ihre Stimme geben werden. (vgl. http://www.ipsos.fr/decrypter-societe/2017-03-17-enquete-electorale-francaise-vague-12-marine-pen-et-emmanuel-macron-aucoude-coude-au-premier-tour.) Ein besonderes Augenmerk sollte dem Wahlverhalten der jungen Franzosen unter 35 Jahren gelten: Werden sie überhaupt wählen gehen oder den Front national mit ihrer Proteststimme stärken? Denn Politik in Frankreich hat ein Jugendproblem: 75 Prozent der wahlberechtigten Franzosen unter 35 Jahren gingen bei der Europawahl 2014 nicht zu den Urnen. Von jenen jungen Franzosen, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, stimmten 2014 ein Drittel für die Partei Le Pens. Auch bei den Präsidentschaftswahlen 2012 war die Wahlbeteiligung der 18-24-jährigen am geringsten und vor allem nahezu jeder Dritte männliche Jugendliche zwischen 18 und 24 blieben den Wahlkabinen fern (29,3%). Erste Vorwahlbefragungen deuten darauf hin, dass die Alterslücke bei der Wahlbeteiligung auch 2017 nicht geschlossen werden kann.

10. Überwacht und überschaubar? Die Wahlkampfkosten.

Anders als in den USA ist die Wahlkampf-Finanzierung gedeckelt. Die maximalen Ausgaben für den Wahlkampf werden per Dekret jedes Mal aufs Neue festgelegt und betragen 2017 für den ersten Wahlgang pro Kandidat 16,86 Millionen € und für den zweiten Wahlgang 22,51 Millionen €. ). Zusätzlich erhält jeder Kandidat ca. 153.000,- € für Plakate u. a. „offizielle“ Werbemittel. Erhält ein Kandidat weniger als 5 % der Stimmen, werden 4,7 % der Ausgaben durch den Staat zurückerstattet. Kandidaten, die mehr als 5% der Stimmen im ersten Wahlgang bekommen haben, erhalten 47% der Höchstsumme erstattet. Das gilt auch für den zweiten Wahlgang. Eventuelle Zuschüsse der politischen Parteien bleiben bei der staatlichen Zuwendung unberücksichtigt. Die Commission nationale des comptes de campagne et des financements politiques überwacht die Wahlkampfabrechnungen. Zum Vergleich: Hillary Clinton und die sie unterstützenden Organisationen gaben 1,4 Mia US-$, Donald Trumps Team knapp 1 Mia US-$ für ihre Wahlkämpfe aus. Außerdem müssen alle Bewerber um das Amt eine Erklärung über ihr Vermögen vorlegen, die spätestens 15 Tage vor dem ersten Wahlgang (also am 9. April 2017) veröffentlicht werden.

Übrigens:

1. In Baden-Württemberg haben sich derzeit 18 762 Personen für die Wahl registrieren lassen. In Freiburg wollen 6176 Franzosen wählen gehen, 2012 waren es nur 5 296 Eingeschriebene (880 mehr).

2. Französische Ausgaben des sogenannten „Wahl-O-Mat“, dem erfolgreichsten Produkt der politischen Bildung, gibt es auch: http://www.20minutes.fr/elections/boussole, https://www.quivoter.fr/, https://www.voteet-vous.fr/, https://france.isidewith.com/political-quiz. Einen übersichtlichen Vergleich der Positionen der einzelnen Kandidaten liefert: http://www.lemonde.fr/programmes/#haut-de-page

Weitere Informationen finden Sie auch hier: http://www.lpb-bw.de/praesidentschaftswahl_frank2017.html

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Außenstelle Freiburg
Dr. Michael Wehner, Bertoldstr. 55, 79098 Freiburg i.Br.
fon +49 761 20773-0, fax +49 761 20773-99, mobil +491703228433
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email: michael.wehner@lpb.bwl.de, michael.wehner@politik.uni-freiburg.de
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Veranstaltungen 

“Barrel of Blues”

 “Barrel of Blues”
Barrel of Blues / Foto: Stefanie Salzer-Deckert

Die Freiburger Band „Barrel of Blues“ hat seit ihrer Gründung vor über 13 Jahren einen langen musikalischen Weg zurückgelegt: vom klassischen Bluessound früherer Jahrzehnte über den Bluesrock der Sechziger und Siebziger bis hin zu mehr und mehr Eigenkompositionen. 2016 hat die Band mit ihrer CD „On A Rainy Friday“ im Eigenvertrieb ein Album vorgelegt, das all diesen Entwicklungen Rechnung trägt.

Viele Songs auf der Platte stammen aus der Feder der Band: Der atmosphärisch dichte, bedrohlich brodelnde „Murder Room Blues“ ist längst schon eine feste Größe im Live-Programm der Gruppe. Harter Funk und Rock sorgen im „Bossman Blues“ für eine Abrechnung mit unliebsamen Führungskräften. Der vom Soul beeinflusste Song „Professional Superman“ geizt nicht mit Hitqualitäten ... und verbaler Doppeldeutigkeit. Und mit „Talk To Me (And Look Inside)“ setzen „Barrel Of Blues“ auf der CD einen balladesken Schlusspunkt. Die Bandbreite der gecoverten Stücke ist nicht minder groß und reicht von Ausflügen in den Großstadt-Blues („How Blue an You Get“) bis hin zur furiosen Jimi-Hendrix-Interpretation „Stone Free/Third Stone From The Sun“.

„Barrel of Blues“ spielen in der Besetzung Stefan Bürkle (Dr.), Ralf Deckert (Voc., Harp, Guit.), Meinhard Kölblin (Bs.) und Thomas Pohl (Lots of Guitar …).

Am 21. April 2017 stellen „Barrel of Blues“ sich und ihr Album „On A Rainy Friday“ im Bürgersaal ind der „Sonne“ in Gundelfingen-Wildtal vor. Konzertbeginn ist um 20:00 Uhr. Eintritt auf Spendenbasis.

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Verschiedenes 

Mehr nachhaltige Energie in der Katholischen Akademie Freiburg

Lang und treu hatte es gedient: Nach über 90.000 Betriebsstunden wurde nun das altgediente Blockheizkraftwerk (Dachs) mit 5 kW elektrischer Leistung gegen ein neues mit deutlich größerer Leistung (50 kW el und 101 kW thermisch) ausgetauscht. Einer der beiden Gaskessel, die bisher die Heizungswärme sichergestellt haben, konnte deshalb abgebaut werden. Das BHKW deckt nun den größten Teil der Wärmelast, rund 80%. Nur an besonders kalten Tagen wird der Gaskessel noch benötigt. Insgesamt erzeugt das BHKW pro Jahr mehr Strom, als derzeit im Gebäude verbraucht wird. 60 % des erzeugten Stroms werden nun ins öffentliche Netz eingespeist. Seit November 2016 wurden bereits über 60.000 kWh Strom produziert. Durch die Maßnahme werden jährlich 54 Tonnen an CO2 Emissionen eingespart – das entspricht dem CO2-Jahresausstoß von über 20 PKW pro Jahr. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf über 150.000 €.

Das Nachhaltigkeitskonzept der Katholischen Akademie:

Bereits seit den 90er Jahren setzt die Katholische Akademie ethische Fragen und Umweltanliegen, die in ihren Tagungen thematisch fest verankert sind, praktisch um. 1999 hat die Katholische Akademie durch die Eintragung in das Standortregister bei der IHK Südlicher Oberrhein die Umwelt-Zertifizierung nach EMAS erhalten.

Die Katholische Akademie hat Maßnahmen durchgeführt, um den ökologischen Fußabdruck ihrer Arbeit und des Hauses zu verkleinern und arbeitet weiter daran. Die Umwelterklärung wird jährlich fortgeschrieben und in einer detaillierten Verbrauchsbuchhaltung der Ressourcenverbrauch dokumentiert.

Zu den Maßnahmen gehören unter anderen:

- Verkehr: Abschaffung der Dienstwagen, Nutzung von Car-Sharing, Einrichtung eines Stellplatzes direkt vor dem Haus.
- Energie: Stromerzeugung: Gasbetriebenes Blockheizkraftwerk; Wärmerückgewinnung in Lüftung und Klimatechnik, Photovoltaikanlage auf dem Dach
- Wasser: eigene Regenwasserzisterne mit Nutzung für Toilettenspülung
- Abfall: Konzept der Mülltrennung konsequent angewandt
- Büromaterial und Verbrauchsmaterialien: Ökologisch-fair beschaffen soweit als möglich.
- Reinigungsmittel, Waschmittel: nach ökologischen Gesichtspunkten optimiert
- Verpflegung: hauptsächlich Biozutaten, regional und fair gehandelt
- Ausstattung und Materialien für Wäsche und Betten: möglichst Biobaumwolle aus fairem Anbau.

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