USA 2025 | Drama | 128 Minuten
Regie: Oliver Hermanus
Darsteller: Josh O'Connor, Paul Mescal, Chris Cooper
Zwei Musikstudenten, deren Herzen für alte Volkslieder schlagen, treffen in einer Bostoner Bar aufeinander. Aus der Begegnung wird eine kurze, intensive Beziehung, die der Erste Weltkrieg abrupt unterbricht. Jahre später sehen sie sich wieder und reisen gemeinsam durch Neuengland, um vergessene Songs aufzunehmen… Ein tief berührendes, klingendes Drama, das von Glück und Vergänglichkeit erzählt – und davon, dass eine tiefe Liebe doch nie ganz verschwindet.
1917 verschlägt es den zurückhaltenden Musikstudenten Lionel (Paul Mescal) an die Ostküste, wo er am Boston Conservatory seinen so charmanten wie selbstbewussten Kommilitonen David (Josh O’Connor) kennenlernt. Über ihre gemeinsame Liebe zu traditioneller Folk-Musik kommen sie sich näher, doch dann wird David als Soldat eingezogen. Einige Jahre später erreicht Lionel ein Brief, in dem David seinen Freund bittet, ihn auf einer Reise durch die Wälder von Maine zu begleiten. Die beiden Männer teilen nicht nur Momente inniger Zweisamkeit, sondern entdecken in ländlichen Gemeinden auch beinahe vergessene Lieder. Das ersehnte Wiedersehen, ihre leidenschaftliche Liebesgeschichte und die gesammelte Musik prägen Lionels Leben… Oliver Hermanus` (LIVING, MOFFIE) neuer Film entfaltet seine Wirkung nicht über große dramatische Ausbrüche, sondern über Atmosphäre, Stille und Details. Die Landschaften wirken weit und fast entrückt, während die Musik – rau, melancholisch und voller Geschichte – wie ein emotionaler Faden durch die Erzählung führt. Das Zentrum aber bilden fraglos die beiden großartigen Hauptdarsteller: Paul Mescal (HAMNET, ALL OF US STRANGERS) spielt mit nach innen gerichteter Intensität. Seine Darbietung lebt von kleinen Veränderungen im Blick, von Pausen zwischen Worten. Der Schauspielstar hat die seltene Fähigkeit, Verletzlichkeit sichtbar zu machen, ohne sie je auszuspielen – sein Lionel wirkt wie jemand, der ständig mehr fühlt, als er sagen kann. Der nicht minder fantastische Josh O’Connor (CHALLENGERS, LA CHIMERA) setzt einen spannenden Kontrapunkt. Sein David ist offener, impulsiver, manchmal fast leichtfüßig – doch unter dieser Oberfläche liegt eine tiefe Sehnsucht. Ihre Figuren wirken wie zwei Menschen, die sich zufällig finden und spüren, dass dieser Moment nicht von Dauer sein wird.
Läuft im Friedrichsbau Freiburg |